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Aria Pro II PE-60BG


Im Zuge meiner Recherchen im Internet stieß ich auch auf eine Seite über alte Aria Gitarren, auf der meine Cardinal beschrieben wurde. Zur Sonderserie "Black and Gold" gehört auch ein Instrument aus der Modellserie "Prototype", die als direkter Nachbau der Gibson Les Paul bezeichnet werden muß. Ich habe sie zunächst nicht weiter beachtet, da es unwahrscheinlich war, daß ich je ein solches Instrument "live" zu Gesicht bekommen würde.

Im April 2005 geschah jedoch das Unerwartete: Bei Ebay stand ein schwarzer Aria-Nachbau der Les Paul zum Verkauf. Schon nach kurzer Zeit war mir klar, was ich da vor mir hatte. Ganz offensichtlich wußte der Verkäufer nicht um dieses besondere Instrument, denn dann hätte er bestimmt darauf hingewiesen und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Für nur 172 Euro erwarb ich das Sondermodell inklusive Koffer und Ständer! Ein absolutes Schnäppchen, um das ich sofort von vielen anderen Gitarristen beneidet wurde. Ich war begeistert und taufte die PE-60BG in Anlehnung an das große Vorbild auf den Namen "Pauline".

Wie es sich für eine ordentliche Paula gehört, besteht der Korpus aus Mahagoni mit einer aufgesetzten Decke aus Ahorn. Der eingeleimte Hals ist ebenfalls aus Mahagoni gefertigt und wird durch ein Griffbrett aus Palisander mit 22 Bünden ergänzt. Nur so schafft man die Grundlage für den typischen Les Paul Sound!

Das Griffbrett ist mit trapezförmigen Perlmuteinlagen verziert, die dem Instrument einen edlen Eindruck verleihen. Korpus und Griffbrett sind zusätzlich mit einem weißen Binding versehen, das im Laufe der Zeit einen leicht gelblichen Farbton angenommen hat.

Die "Smooth-Crash Humbucker" sind mit den "Protomatic-V" der Cardinal identisch. Sie entsprechen somit den Tonabnehmern, die Gibson Ende der 50er Jahre auf der Les Paul eingesetzt hat. Ein weiterer Garant für den originalen Les Paul Sound.

Natürlich wurden auch bei diesem Instrument vom japanischen Gitarrenbauer Matsumoku ein paar zusätzliche Schalter eingebaut, die den Klang der Gitarre erweitern: Jeder Tonabnehmer kann von einer Reihenschaltung auf Parallelschaltung umgeschaltet werden. Es ergibt sich dann ein hellerer Klang, den eine normale Les Paul nie liefern kann.

Der Zustand der Gitarre ist dem Alter entsprechend als sehr gut zu bezeichnen. Der Hals ist gerade und die Bünde sind nicht abgespielt. Hier können also noch ein paar SOATEBA-Konzerte kommen. Lediglich der Korpus hat ein paar unwesentliche Dellen im Lack, die bei einem solchen Instrument aber ruhigen Gewissens als "Kriegsverletzung" bezeichnet werden können.

"Pauline" trägt die Seriennummer 3095066 und wurde im September 1983 gebaut. Für ihr Alter hat sie sich wacker gehalten und es sieht so aus, als ob sie auch die nächsten 22 Jahre gut überstehen wird. Preislich dürfte sie sich ursprünglich ebenfalls im Bereich von 2000 DM bewegt haben. Der heutige Wert läßt sich schwer einschätzen. Der Preis, den diese Instrumente zur Zeit erzielen, ist bedingt durch die geringe Nachfrage, dem tatsächlichen Wert jedoch keinesfalls angemessen. In anderen Ländern wird für diese alten Aria-Modelle wesentlich mehr bezahlt. Hätte auf dem Kopf "Gibson" gestanden, so wäre mein bescheidenes Budget keinesfalls ausreichend gewesen!

Natürlich habe ich auch schon einen Plan, was an Pauline noch zu verändern ist: So werden die Knöpfe der Einsteller ebenfalls durch goldenen Metallversionen ersetzt. Zusätzlich werden noch einige Schalter und Kondensatoren eingebaut, die zusätzliche Klänge ermöglichen. Dann wird aus "Pauline" eine echte "Onkel-Gitarre", die allen Anforderungen bei SOATEBA gewachsen sein wird ohne, daß sich Wesentliches an ihrem Äußeren ändert.

Auch für die PE-60 finden sich bei harmony-central.com einige Reviews (Overall Rating 10).