1. | Autor: gorchDatum: 08.02.2011 | 09:43:23 

In letzter Zeit stolpere ich in den Foren, in denen ich mich bewege, komischerweise häufiger über Threads, die sich mit der Frage der Bedeutung der Holzwahl bei Vollholzgitarren beschäftigt. Meine persönliche Erfahrung dazu ist, das die Holzwahl (fast) keine Bedeutung hat. Vielmehr macht der Pickup mit den weiteren elektronischen Bauteilen, Potis und Kapazität, den Sound einer E-Gitarre. Die elektromagetische Tonabnahme ist per Definition eben keine Akustische. Wenn also Klang in die Leitung kommen soll, so geht das nur über die Saite und den Magneten mit samt seiner Spule. Da insbesondere Humbucker über den Pickuprahmen quasi frei schwingend aufgehängt sind, kann ein weicheres Holz sicher über die intensivere Schwingung des Pickups im Rahmen zusätzlich ein gewisses Maß tiefer Frequenzen induzieren, weil sich der Pickup, zusätzlich zur Saite, im Rahmen gemäß der Holzschwingung bewegt. Weshalb die preiswerten Hölzer wie z.B. Erle mit Humbuckern etwas wärmer zu klingen scheinen. Die generelle These scheint mir aber der Grund zu sein, warum die Billiggitarren bei qualitativ guter Hardware exzellent klingen. Es müsste ja sonst auch ganz generell eine Strat wesentlich schlechter klingen als eine Paula. Denn hier stehen Mahagoni mit Erle im klanglichen Wettbewerb. Da Single Coils fest mit dem Gehäuse bzw. dem Schlagbrett verschraubt sind, tritt die Holzschwingung wieder in den Hintergrund und der glasklare typische Fender Clean-Sound kann selbst mit Erle entstehen. Es bleibt natürlich Raum für Diskussion, Emotion, Mojo ... :-)


  2. | Autor: michi66gitarreDatum: 08.02.2011 | 11:07:11 

@gorch:Die Gitarrenhersteller haben sowieso genommen was da war. Das stimmt nicht ganz. So denke ich zumindest. Für mich ist es das Material des Halses zu 80%. Das Korpusmaterial ist tatsächlich nicht sooooo wichtig. Wenn nur hochwertige Hardware genommen wird, und auch richtig verbaut, kann gar nichts schief gehen. Die meisten Schwingungen erzeugt die Gitarre am Hals. Der Korpus schwingt auch mit das ist klar. Aber prinzipiell verhällt es sich wie beim Mikrophon. Hast Du ein hochwertiges klingt Deine Stimme einfach besser. Nimmst Du ein billiges nicht so hochwertiges fehlen einfach gewisse Frequenzen. Jedes Bauteil an der Gitarre trägt zum Klang mit bei. Das ist auch Faktum. Schlechte Potis schlucken aber eher den Sound als Ihm freien Lauf zu lassen. Es kann ja prinzipiell nicht mehr raus kommen als rein geht. Ahorn klingt hell und Mahagoni weicher. Es ist auch noch Geschmacksache der jeweiligen Gitarristen was denen eben besser gefällt. Dann hat jeder noch dazu andere Verstärke die wiederum Ihrerseits ander Frequenzen hervorheben. Das ist eine sehr komplizierte Materie. Das ein und das Selbe Gericht kann bei 10 verschiedenen Köchen ganz anders schmecken, obwohl alles gut sein kann. Es kommt auch auf den persönlichen Geschmack an. Der Eine mag mehr Pfeffer und Salz, der Andere eben nicht. Ich glaube eine der wichtigsten Komponenten am Ganzen ist die Spielweise des Gitarristen. Der Grundsound aber kommt von der Gitarre. Alles andere ist nur Farbe. Sozusagen das Salz in der Suppe der Musik. Ein Kumpel von mir probiert immer wieder mal ein paar meiner Gitarren aus. Er ist ein hervorragender Gitarrist. Ich bezeichne mich nur als mittelmäßig. Der Witz ist folgender. Wir spielen Beide am gleichen Instrument nur einen Ton. Wirklich nur einen Ton. Du glaubst es nicht was da passiert. Dieser eine Ton klingt bei Ihm gaaaaanz anders als bei mir. Dabei ist es das Selbe Instrument mit komplett den gleichen Einstellungen. Es ist vom Ohr her schon zu merken dass es sich um die gleiche Gitarre handelt. Aber dieser eine Ton entwickelt sich ganz anders bei Ihm. Liebe Grüße Michael


  3. | Autor: michi66gitarreDatum: 08.02.2011 | 19:24:13 

@gorch:Ich habe versehentlich den letzten Kommentar von Dir gelöscht als ich Dir antworten wollte. Physik spielt auf jeden Fall auch eine Rolle beim Klang einer Gitarre. Aber der Ton kommt immer noch aus den Fingern. Ein guter Gitarrist wird mit einer schlechten Gitarre immer besser klingen als ein schlechter Gitarrist mit einer guten Gitarre. Ist eben so. Ist zumindest meine Meinung. Liebe Grüße Michael :-)))