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Aria Pro II ES-700WR

Die ES-700 ist eine Kopie der Gibson ES-335. Es handelt sich um eine sogenannte Semi-Solid-Body-Guitar. Ihre Vorläufer, die halbakustischen Elektrogitarren, hatte noch einen Resonanzkorpus. Sie waren innen also wirklich hohl. Da es bei größeren Lautstärken aber immer zu Rückkopplungsproblemen kam, wurde bei der ES-335 in der Mitte ein massiver Holzblock eingebaut (semi solid). Dadurch wurden die Rückkopplungen verringert, das Sustain (die Abklingdauer des Tones) verbesserte sich und das Instrument behielt trotzdem den percussiven Grundklang.

Der Korpus der ES-700 ist inklusive Sustainblock, vollständig aus Ahorn gefertigt. Der 22-bündige Hals besteht aus Mahagoni und ist mit einem Griffbrett aus Palisander versehen.

Die ES-335 und ihre Verwandten werden auch heute noch viel im Bereich Jazz eingesetzt. Entsprechend ist ihr Klang eher als weich zu bezeichnen. Aber auch für Blues und Rock'n Roll fand diese Gitarre Anwendung.

Die elektronische Schaltung entspricht der der meisten Gibson Gitarren: Zwei Humbucker-Tonabnehmer mit je einem Lautstärke- und Klangeinsteller. Mit Hilfe eines Schalters konnten die Tonabnehmer einzelnd oder zusammen gespielt werden. Hier hat sich Aria bei der Verdrahtung besondere Mühe gegeben. Alle Potentiometer und die Buchse für den Stecker sind in Blech gekapselt und mit der Abschirmung verbunden, um Störungen abzuschirmen. Dieses Verfahren wird von Aria "Dust-proof shielded case" genannt.

Ich habe natürlich sehr schnell meinen Lötkolben in die Hand genommen und ein paar zusätzliche Schalter eingebaut. Danach konnten die Tonabnehmer von Humbucker auf Single-Coil umgeschaltet werden. Auch ein Out-Of-Phase Schalter kam auf diese Weise in die Gitarre. Die chromfarbenen Blechkappen der Tonabnehmer wurden schon frühzeitig entfernt, da ich für "Höhenschlucker" nichts übrig habe! Damit war das Instrument auch gut für modernere Klänge zu gebrauchen und gab mir die notwendige klangliche Flexibilität.

2004 mußte die ES-700 einen erneuten Umbau über sich ergehen lassen: Statt der beiden Coil-Split-Schalter für die Humbucker wurden jetzt Tri-Sound-Switches wie bei der Musician eingebaut. Je ein Lautstärke- und Klangeinsteller wurde durch einen Drehschalter ersetzt. Damit wurde eine variable Resonanzfrequenz und eine Baßabschwächung möglich. Die gesamte Elektronik wurde mit abgeschirmten Kabeln neu verdrahtet. Aufgrund der Drehschalter mußten auch neue chromfarbene Metallknöpfe her, die dem Instrument ein etwas ungewöhnliches Outfit verleihen.

Durch diesen Umbau wurde die Gitarre klanglich noch vielseitiger. Alleine 24 verschiedene Kombinationen der Tonabnehmer stehen zur Verfügung. Zusammen mit den beiden Drehschaltern ergeben sich insgesamt 720 verschiedene Möglichkeiten! Natürlich benutzt ich die nicht alle, sondern habe eine bestimmte Anzahl von Favoriten, die ich ständig verwende. Geht es jedoch um einen speziellen oder vieleicht sogar ungewöhnlichen Sound, ist die ES-700 mit ihrer neuen Schaltung ein verlässlicher Partner.

Die Gitarre wurde zwischen 1977 und 1980 in Japan gebaut. Leider ist keine Seriennummer zu finden, sodaß eine genauere Datierung nicht möglich ist. Entgegen den Bildern, die im Internet zu finden sind, ist sie statt mit einem Trapez-Tailpiece mit einem Stop Tailpiece ausgerüstet. Neuere Versionen dieses Instrumentes wurden von Aria aus Kostengründen dann in Korea gefertigt, was mit einem gewissen Qualitätsverlust verbunden war. Trotz ihres schon recht hohen Alters von nun mehr fast 25 Jahren, kann meine 335er durch die neue Schaltung klanglich locker mit den aktuellen E-Gitarren mithalten!

Für Rocknummern mit verzerrten Sounds macht das Instrument einfach Spaß. Man kann mit ihr fast nach Belieben Rückkopplungen erzeugen, eine Eigenschaft, die sie meinen anderen Gitarren voraus hat.


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